Leitbild
Wurzeln
Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler war ein großer Verfechter sozialer Gerechtigkeit. Er gründete 1851 die Gemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung als Gemeinschaft von Schul- und Krankenschwestern, die sich für die Erziehung und Bildung der Jugend in Landgebieten einsetzten sollten. Deshalb wurden die Schwestern in erster Linie zu Lehrerinnen bestimmt.
Gleichzeitig sollten sie für arme, alte und kranke Menschen sorgen, ihnen Hilfe und Pflege an Leib und Seele geben und sie auf ihrem letzten Lebensweg begleiten. Der Auftrag des Gründers an die Schwestern war eine Antwort auf die Nöte der damaligen Zeit.
Mitbegründerin des Ordens der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung war Schwester Maria, geborene Fanny de La Roche.
Als es während des Kulturkampfes 1874 zur Änderung der staatlichen Schulgesetzgebung kam und die Schwestern ihre Lehrtätigkeit aufgeben mussten, begann die Ordensgemeinschaft ab 1884 Schwestern eigens in der Krankenpflege auszubilden.
Damit in der praktischen Ausbildung nicht auf staatliche Krankenhäuser zurückgegriffen werden musste, wurden mehrere kleine Häuser übernommen und eigene Krankenpflegeschulen gegründet.
Im Jahre 1930 wurde das Marienhospital von der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung gegründet.
Bis in unsere heutige Zeit prägt die Ausrichtung und Spiritualität von Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler und Schwester Maria de La Roche das katholische Krankenhaus.
Tradition und Innovation
In der baulichen Konzeption zählt das Marienhospital in seinem Ursprung zu einem der gelungensten Darmstädter Jugendstilhäuser. 1905/1906 wurde es von dem Architekten Karl Klee für den Darmstädter Fabrikanten Göbel am Forellenteich gebaut. Am 6. Januar 1930 eröffneten die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in der Göbel'schen Villa dieses Krankenhaus.
Das Marienhospital wurde von Anfang an als Belegkrankenhaus der Grund- und Akutversorgung geführt und wurde mit der Gründung in den Landeskrankenhausplan des Landes Hessen aufgenommen.
Heute stellt das Marienhospital eine Symbiose von Tradition und Innovation dar. Auf der einen Seite ist nach den Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Jahre 2002 ein moderner Klinikbereich mit Operationsräumen und Bettentrakt entstanden, auf der anderen Seite wurden in der Jugendstilvilla verschiedene Praxen errichtet, die eine Ergänzung im Angebot der medizinischen Fachdisziplinen darstellen.
Mit einem stilvoll errichteten „Café am Forellenteich“ mit dem dazugehörigen Park liegt das Marienhospital idyllisch am Waldrand von Darmstadt.
Die medizinische Versorgung und pflegerische Behandlung hat sich in unserem Hause konsequent weiterentwickelt. Um den geänderten Bedürfnissen der Patienten und der gesetzlichen Entwicklung in der Gesundheitspolitik gerecht zu werden sind in tragfähiger Kooperation stationäre und ambulante Leistungen miteinander verzahnt.
Orientierung der Mitarbeiter in der Wahrnehmung ihrer unterschiedlichen Aufgabenbereiche
Als christlich geprägtes Krankenhaus arbeiten und orientieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Evangelium im Geiste der in der Botschaft Jesu Christi begründeten Menschenliebe.
Sie sehen den Menschen als Abbild Gottes. Darin begründet sich die unantastbare Würde eines jeden Menschen.
Jede Mitarbeiterin und Mitarbeiter, ob sie mittelbar oder unmittelbar im Dienst am kranken tätig sind, nehmen den Menschen als Ganzheit mit seinen leiblichen, geistigen, sozialen und religiösen Bezügen wahr. Nicht die Krankheit allein, sondern die Befindlichkeit des ganzen Menschen und seine Bedürfnisse, Meinungen, Gefühle werden wahrgenommen und respektiert.
Dieses Menschenbild bildet für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der täglichen Arbeit allen, die am Genesungsprozess beteiligt sind, die Grundlage ihres Handelns, auch in der Begleitung von Leiden und Sterben des ihm anvertrauten Menschen.
Patientenorientierung, Fachlichkeit, Kompetenz
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht der Patient im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Sie betreuen und behandeln nach anerkannten Standards, die spezifisch angewandt werden, unter Beachtung der Situation, in der sich ein Patient befindet.
Durch patientenorientiertes Denken und Handeln in der ganzheitlichen Betreuung schaffen sie die Voraussetzung für Wohlbefinden, Geborgenheit und Genesung in angenehmer Umgebung.
Sie sehen ihre Arbeit am und mit dem Menschen als einen Prozess aus Berufs- und Lebenserfahrung, Denk - und Entscheidungselementen. Sie beziehen die Patienten in den therapeutischen Verlauf ein und unterstützen sie in ihrem Entscheidungsprozess, auch über ihren klinischen Verlauf.
Hierbei sehen sie auch die Angehörigen der Patienten als wichtige Gesprächspartner. Auch die Grenzen des Lebens, seinen Anfang und sein Ende, beachten sie in besonderer Weise. Hierzu gehört auch die qualifizierte seelsorgerische Begleitung der Patienten.
Mitarbeiterorientierung
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen sich durch ihre Persönlichkeit, ihre Werte sowie ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen aus. Sie sind bereit, die in diesem Leitbild formulierten Ziele mitzutragen und in ihrer Tätigkeit umzusetzen.
Fachliche und persönliche Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Flexibilität und Loyalität sind für die professionelle Behandlung und Betreuung unserer Patienten sehr wichtig. Dies wird unterstützt und gefördert durch verschiedene Angebote in der Fort- und Weiterbildung.
Die Zusammenarbeit untereinander und in den einzelnen Aufgabenbereichen ist gekennzeichnet durch Wertschätzung, Kollegialität, gegenseitigen Respekt und Vertrauen.
Konstruktive Kritik sehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Auforderung und Chance, Handlungsabläufe neu zu überdenken und zu verbessern. Dabei spielt die Mitarbeiterzufriedenheit eine wichtige Rolle. Sie steigert Leistung und Qualität und trägt zum Erfolg in der Patientenversorgung bei.
Leitende Mitarbeiter
Leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in ihrer Verantwortung gegenüber den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vorbildfunktion. Dies betrifft sowohl ihre fachlich Kompetenz, ihr Engagement, ihre Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Loyalität als auch ihrer Persönlichkeit.
In Ausübung ihrer Leitungsfunktion berücksichtigen sie die gesamtbetriebliche Belange.
Sie unterstützen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer fachlichen, persönlichen und religiösen Weiterbildung.
Sie suchen nach Möglichkeiten, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleichtern, Beruf und Familienaufgaben in Einklang zu bringen.
Die Grundsätze des Leitbildes vertreten sie im Innen- und Außenbereich.
Sie beteiligen die Mitarbeiter an Ziel- und Entscheidungsfindungen und stärken im Rahmen der Aufgabenbereiche Kompetenz und eigenverantwortliches Handeln.
Sie tragen Sorge für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Dienstgemeinschaft und zeichnen sich durch Respekt vor der Persönlichkeit des Einzelnen aus, durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und durch konstruktives Austragen von Konflikten.
Zusammenarbeit
Mit den im Marienhospital tätigen Ärzte und den zuweisenden Ärzten arbeiten die leitenden Mitarbeiter kooperativ, verlässlich und vertrauensvoll zum Wohle des Patienten zusammen.
Durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit informieren sie über Weiterentwicklungen ihres Verantwortungsbereiches.
Mit den Dienstleistern des Marienhospitals arbeiten die leitenden Mitarbeiter fair und kooperativ zusammen und suchen stets nach Verbesserungsmöglichkeiten.
Beleg- und ambulant tätigen Ärzte
Die Beleg- und ambulant tätigen Ärzte nehmen im Marienhospital die medizinische Versorgung der Patienten wahr.
In kooperativer Zusammenarbeit mit allen Fachärzten, den Pflegenden und der Leitung des Krankenhauses erreichen wir unsere Ziele.
Die im Marienhospital tätigen pflegen eine gegenseitige respektierende Zusammenarbeit.
Von den Beleg- und ambulant tätigen Ärzte wird erwartet, dass sie die christliche Ausrichtung und die Grundsätze dieses Leitbildes respektieren und mit an der Betreuung der Patienten Beteiligten eine konstruktive Zusammenarbeit pflegen.
Wirtschaft und Umwelt
Die gesundheitspolitische Situation fordert die Mitarbeiter in besonderer Weise.
Wirtschaftliches Handeln und hohe Qualität schließen sich nicht aus:
Sie streben Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger hoher Qualität an und setzen dies im Rahmen der täglichen Arbeit um.
Wo immer möglich, tragen sie zur Entlastung oder geringeren Belastung der Umwelt bei und versuchen Erfordernisse des Umweltschutzes und wirtschaftliche Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Sie nutzen die Chancen der Umwelttechnik und suchen eigene innovative Lösungen für umweltfreundliche Beschaffung, den Ge- und Verbrauch sowie für die Entsorgung.